kako obvešèamo nemško javnost | Der Brief an Ulla Jelpke  

  DER BRIEF AN ULLA JELPKE VOM 19. 7. 2006

Frau Ulla Jelpke
Bundestagabgeordnete
Platz der Republik 1
11011 Berlin


Sehr geehrte Frau Jelpke,

gestatten Sie uns noch einige weitere Bemerkungen zu den Ansprüchen und Dokumenten, die wir Ihnen schon zuschickten. Wir möchten die zuständigen Personen wirklich davon überzeugen, dass unsere Ansprüche berechtigt sind. Die beigefügten Anlagen fügten wir auch unserem Entschädigungsanpruch, der schon am 8.1.1998 eingereicht wurde, bei - und seitdem kämpfen wir für unsere Rechte.

Dabei handelt es sich nicht nur um Zwangsarbeit, sondern um Genozide Entnationalisie rungspolitik nazistischer Besatzer gegen das slowenische Volk. Jeder Mensch, der festgenommen wurde und in verschiedenen Gefängnissen grausame Folter durchstehen musste, um dann in einem KZ-Lager oder auf dem Richtplatz zu enden, ist ein Opfer des Genozids.
Alle, die aus ihren Heimen vertrieben wurden (nicht nur nach Deutschland) und ihren ganzen Besitz hinterlassen mussten, sind Opfer (sowie Säuglinge als auch alte Menschen).

Opfer sind auch diejenigen, die ihre Heime verließen und vor unbekannten Bedrohungen (Festnahmen, Morde usw.) flohen, um ihr nacktes Leben zu retten.
Alle genannten mussten arbeiten - diejenigen, die nach Deutschland oder nach Serbien vertrieben wurden sowie die Geflohenen, die irgendwie überleben mussten. Die jüngsten und die ältesten Opfer mussten sehr viel durchmachen.
Deswegen sind wir immer noch fest überzeugt, dass es erniedrigend für die anderen Opfer ist zu sagen, dass nur diejenigen zur Entschädigung für Zwangsarbeit berechtigt sind, die nach Deutschland vertrieben wurden.

Wir möchten noch einmal betonen, dass alle obengenannten Opfer zur immateriellen und materiellen Entschädigung berechtigt sind.
Wir finden, dass es richtig wäre, wenn die deutsche Politik endlich zugeben würde, dass wir berechtigt sind, Entschädigungen zu bekommen. Nach dem Zwangsarbeit-Gesetz erhielten ungefähr 15% aller slowenischen Opfer ein bisschen Kleingeld. Alle anderen warten noch - bis wann?

Wir entschuldigen uns, dass wir Sie wieder gestört haben, aber leider sehen wir keine andere Möglichkeit.

Hochachtungsvoll,
  Präsident
Tone Kristan