kako obvešèamo nemško javnost | Kuratoriumssitzung  

  KURATORIUMSSITZUNG

Vorstände Dr. Salm und Saathoff Bestätigt - Einstimmiges Votum zur Stiftungs-Strategie 2020

Das Kuratorium der Stiftung "Erinnerung. Verantwortung und Zukunft" hat auf seiner 32. Kuratoriumssitzung am 28. Juni den Vorstandsvorsitzenden Dr. Martin Salm und Vorstand Günter Saathoff für die Jahre 2013-2017 in Amt bestätigt. Zudem wurde die vorgelegte Strategie der Stiftung EVZ für die inhaltliche Ausrichtung bis zum Jahr 2020 gebilligt.

"Mit der Bestätigung der beiden Stiftungsvorstände im Amt bis 2017 kan die Stiftung EVZ gut aufgestellt in die Zukunft blicken. Dr. Martin Salm und Günter Saathoff haben die Stiftung nach Ende der Auszahlung an ehemalige NS-Zwangsarbeiter erfolgreich zu einem wichtigen Fördermittelgeber entwickelt. Mit der Zustimmung zur Strategie und der Finanzausstattung für die kommenden Jahre hat das Kuratorium wegweisende Entscheidungen für die Arbeit der Stiftung EVZ getroffen." Sagte Dr. Michael Jansen. Vorsitzender des international besetzten Stiftungs-Kuratoriums im Anschluss an die Sitzung am 28. Juni.

Mit der vorgelegten Strategie fokussiert die Stiftung EVZ ihre Tätigkeit einerseits auf die Erinnerung an NS-Unrecht, andererseits auf Menschenrechtsbildung und legt zudem in den kommenden Jahren einen besonderen Förderschwerpunkt auf das humanitäre Engagement für die hochbetagten NS-Opfer. Das Kuratorium setzt damit ein Zeichen, dass die Überlebenden in ihren letzten Lebensjahren besonderer Aufmerksamkeit bedürfen.

Für das Förderjahr 2013 bestätigt das Kuratorim ein Fördervolumen von 7,2 Millionen Euro, für die Jahre 2014 und 2015 von 7,5 Millionen Euro jährlich.
____________________

Štev.: 192/2012
Darum: 5.9.2012

ERINNERUNG, VERANTWORTUNG, ZUKUNFT
Lindenstr. 20-25
10969 BERLIN

Sehr geehrter Herr Dr. Salm und sehr geehrter Herr Saathoff,

Zuerst einmal herzlichen Glückwunsch zur Wahl auf die Führungspositionen.
Ich habe mit großem Interesse Ihren E-Brief vom 15.08.2012 gelesen. Der Brief thematisiert interessante Sachen. Aber, wie immer bei solchen Sachen, kein Wort über das Leiden der slowenischen Nazismus Opfer. Deswegen fühlen wir uns vernachlässigt.

Es ist bekannt, dass das slowenische Volk schon bei der Okkupation ZUR VERNICHTUNG VERUTEILT war (das müsste wenigstens Herr Saathoff wissen) und dass in Relation zur Gesamtbevölkerung die meisten vertriebenen Opfer in Europa aus Slowenien stammten. Wir sind überzeugt, dass sie uns trotz unserer geringen Größe gleich behandeln müssen, wie die anderen Opfer. Die Besatzer haben verschiedene brutalste Dinge gemacht, um die slowenische Bevölkerung zu vernichten (politische Gefängnise, KZ Lager, Vertreibungen, ungefähr 1.200 Kinder in umerziungslager (gestohlene Kinder). Es haben 180.000 Opfer unmittelbar gelitten, ohne die Kämpfer der Wiederstandsbewegung mit zu zählen.

Wir haben große Anstrengungen unternommen, um die deutsche Öffentlichkeit über das Leiden zu informieren. Das Buch Entrechtung, Vertreibung, Mord (herausgebracht vom METROPOL Verlag Berlin - das Buch müssten sie eigentlich haben), Filme, Ausstellungen, Symposien, Kataloge, Landkarten von Lagern und andere Publikationen zeugen davon. Zu diesem Thema hat das Studienzentrum KZ Neuengamme, Hamburg das STUDIENHEFT 2010 herausgebracht, gekoppelt an die Veranstaltung, die im November 2009 (siehe Anhang) stattfand. Man sieht, dass Einiges getan wurde was den Informationsfluss angeht. Es scheint so, als wäre nichts zur EVZ durchgedrungen oder zumindest nicht in dem Maße, dass man uns bei den materiellen und imateriellen Entschädigungen berücksichtigen würde.

Das musste ich alles schreiben, weil in ihrem Brief einige Sachen dabei sind, wo eine Zusammenarbeit zwischen uns möglich bzw. nötig wäre (Konferenzen, Symposien, zeitzeugen).

Ich möchte aber betonen, dass alle eventuellen Planungen langfristig angesetzt sein müssen, weil wir mehr Zeit zur Vorbereitung brauchen und geld zu besorgen.
Ich hoffe einige Sachen klargestellt zu haben und erwarte eine gute Zusammenarbeit. Ihnen eine gute Arbeit.

Mit besten Grüßen,

Tone Kristan, Ehrenpräsident

Anhang: 1x
____________________

Herrn Präsidenten
Franc Rovan
ZDRUŽENJE ŽRTEV OKUPATORJEV
1941-1945 KRANJ
Slovenski trg 1
4000 Kranj, p.p. 12
Slowenien 04.09.2012

Entschädigung von NS-Opfern slowenischer Staatsangehörigkeit;
Hier: Ihr Schreiben vom 3. Juli 2012


Sehr geehrter Herr Präsident,

Mit Schreiben vom 3. Juli 2012 haben Sie sich in o.g. Angelegenheit an den Bayerischen Ministerpräsidenten gewandt. Ihr Schreiben wurde dem Bayerischen Staatsministerium für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen zuständigkeitshalber zur Beantwortung zugeleitet. Von hier aus darf ich zu Ihrer Eingabe wie folgt Stellung nehmen:

Der Zeitraum von 1933 bis 1945 ist dan dunkelste Kapitel der jüngeren Geschichte Deutschlands. Unter nationalsozialistischer Herrschaft wurden in deutschem Namen und aus politischen, rassischen und religiös-weltanschaulichen Gründen Verbrechen begangen, die millionenfaches Leid über die Menschen gebracht haben, gerade auch über Angehörige anderer Völker und Volksgruppen.

Die Bundesrepublik Deutschland hat sich nach Kriegsende gemeinsam mit Kommunen und Ländern - darunter auch dem Land Bayern . zu der aus der Geschichte erwachsenen Verantwortung bekannt. Der Wiedergutmachung des vom NS-Regime verübten Unrecht wurde hierbei besondere Priorität eingeräumt. Dies spiegelt sich unter anderem in einer Vielzahl von zwischenstaatlichen Abkommen und gesetzlichen Regelungen, auf deren Grundlage finanzielle Entschädigungsleistungen an Opfer nationalsozialistischer Verbrechen ausgereicht wurden und noch heute werden. Darunter fällt im Übrigen auch die Entschädigung von NS-Zwangsarbeitern und anderen NS-Opfern durch die im Jahr 2000 geschaffene Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft", die Sie in Ihrem Schreiben ansprechen.

Bitte haben Sie aber Verständnis, dass es mir nicht möglich ist, auf Ihre Eingabe näher einzugehen. Zuständig für die Regelungen in Fragen des Kriegsfolgenrechts ist in Deutschland seit jeher der Bund (hier: Bundesministerium des Innern, Graurheindorfer Str. 198, 53117 Bonn). Ob das Schicksal der von Ihnen vertretenen nationalsozialistischen Opfer slowenischer Staatsangehörigkeit in angemessener und umfassender Weise im Rahmen bisheriger Regelungen des Kriegsfolgenrechts berücksichtigt und gewürdigt wurde, kann seitens des Landes Bayern nicht beurteilt werden.

Mit freundlichen Grüssen
Paul Hansel
Ministerialdirigent